RS-Praktikum

Dez 01 2011

Zwei Wochen war ich nun Praktikant in der Anästhesieabteilung unseres kleinen Krankenhauses – völlig unkompliziert über meinen Arbeitgeber organisiert (ist schließlich alles im selben Haus).
Meine größte Angst, einfach im OP-Saal umzukippen, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet – man hört ja sonst die gruseligsten Praktikanten-Geschichten. ;)

In den letzten 10 Tagen habe ich viel gelernt – wobei man da zwischen theoretischem und praktischem Wissen unterscheiden muss.
Die Anästhesisten waren eigentlich alle daran interessiert, mir etwas beizubringen (was zugegebenermaßen nicht immer gleich funktionierte, dazu gleich mehr). Seien es die Parameter der Beatmung, die Interpretation von EKG, die Medikamente für eine Narkoseeinleitung oder auch ganz banale Fragen. Man musste eigentlich nur immer nachhaken, und das zeichnet den lernwilligen Praktikanten doch aus. Zurückhaltung (wie man es von mir ja nicht anders kennt), aber Neugier. Reines Theoriewissen habe ich also doch relativ viel mitgenommen.

Kommen wir zum Praktischen. Gleich zu Beginn, ich habe keine Zugänge gelegt. Weniger aus dem Grund, dass man es mir nicht zugetraut hätte, sondern viel mehr auf Grund der Tatsache, dass die OP-Patienten bereits einen Zugang auf Station oder im Aufwachraum (AWR) bekommen haben oder einfach scheußliche Venen für einen blutigen Anfänger wie mich hatten.
Beutel-Masken-Beatmung wird ja auch teilweise in Laienkursen gelehrt, fand ich aber dennoch komplizierter als es immer beschrieben wird – einfach Kopf überstrecken klappte bei mir meistens nicht. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu blöde dafür – an der Puppe ging das doch immer so einfach. ;)
Dann natürlich noch die vom Praktikumsheft geforderte “Assistenz beim Intubieren”, sprich Laryngoskop anreichen, Tubus mit Führungsstab präparieren, einsprühen (Glandosane-Spray, schmeckt angeblich scheußlich, erfüllt bei relaxierten Patienten aber den gewünschten Effekt des besseren Gleitens in die Trachea (Luftröhre).
In meinem ersten Praktikum in der Patientenaufnahme und dem Kurzaufenthalt in der Intensivstation viel zu kurz gekommen ist das “Zusammenstellen von Notfallmedikamenten” – sprich Brechampullen zerstören, Kanüle rein, Aufziehen, Entlüften. An sich kann das jeder Affe. Mir war aber bei meinen RTW-Diensten trotzdem etwas unwohl, immer von der Angst begleitet, Ampullen zu zerstören (Sollbruchstelle falsch angebrochen, Splitter in Flüssigkeit)… ich weiß auch nicht wieso. Ist im Praktikum nur ein einziges Mal passiert, scheint mir aber seitdem im Nacken gesessen zu haben.

Ansonsten war es eben der alltägliche Trott im Praktikum – Warten auf das Ende der OP, Ausschleusen, Patienten in den AWR, Monitoring anhängen, nächsten Patienten einschleusen, Narkose (oder eben auch mal nur Spinal-/Periduralanästhesie (“Betäubung des Rückenmarks”), Ausleiten, und so weiter, und so fort.

Beim Personal gab es natürlich die Sorte “Kannst mich fragen, was du willst” und auch “Du gehst mir ehrlich gesagt am Allerwertesten vorbei, sei bloß ruhig”.

Insgesamt hat es mir aber doch Spaß gemacht. :) Nun folgt nächste Woche ein BFD/FSJ-Seminar und dann einmal irgendwann wieder ein RTW-Dienst.
Wird auch mal wieder Zeit.

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